Thomas Fröschle

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Thomas Fröschle - 07.12.2017, 11:46 Uhr

DIE WEIHNACHSTGESCHICHTE. 

Wenn die Weihnachtsfeiertage kommen, müssen wir alle tapfer sein. Es lauern Gänse, Glühwein und Gebäck, bis das Ränzlein spannt. Diesen Zustand wird der Schwimmbad-Gutschein unterm Weihnachtsbaum nicht umkehren können. Wir können der Kalorien-Kanonade nicht ausweichen, denn zuerst wird in der Firma, im Verein und auf Weihnachtsmärkten Hochkalorisches verabreicht und dann fangen erst die Familienfeste an! 
Viele Lebensmittel bekommen in diesen Tagen wieder eine verkaufsfördernde Sonderedition. Was könnte es Beschaulicheres geben als Weihnachtsbier? Daher kommt vermutlich der Begriff „Rauschgoldengel“. Vielleicht werden auch einige Produkte geschmacklich an die Jahreszeit angepasst. Wann gibt es endlich Weihnachts-Nutella mit Zimtgeschmack? Davon würden sicher Rekordmengen verkauft und auf den Christstollen gestrichen werden. Einmal im Jahr wird man ja wohl kulinarisch über die Stränge schlagen dürfen! Wir stellen uns den Nikolaus ja mit einem gemütlichen dicken Bauch vor, also ist das alles völlig in Ordnung. So lässt sich am 6. Dezember der Nikolaus auch wieder bequem mit Darstellern aus der eigenen Familie besetzen. Außerdem spart man sich damit das Geld für einen Physik-Studenten im roten Mantel. Meistens muss ja der Opa ran. Ausgestattet mit, von den Eltern vorbereiteten, intimen Informationen über die jüngsten Verhaltensmuster des Nachwuchses. Eine pädagogische Scharade, die aber neben kleinen Ermahnungen immer mit Belohnungen endet: Schokolade, Walnüsse und vielleicht ein Flugsegler aus dem Ninjago-Movie. Mich hat es immer gerührt, wenn so ein Kleiner nachher zum Großvater sagt: „Mensch, Opa! Schade, dass Du zu spät gekommen bist, jetzt hast Du gerade den Nikolaus verpasst!“ 
Dabei schafft es ja der Weihnachtsmann tatsächlich, ungefähr gleichzeitig bei allen Kindern zu erscheinen. Eine logistische Meisterleistung. Allein deshalb ist der Nikolaus ein klarer Held der Weihnachtszeit. Wie er das schafft? Er ist eben ein guter Ruten-Planer. 
Und diese Anspielung auf navigierende Weihnachtsreisende bringt mich zu einer weiteren Gruppe von Helden: Autofahrer auf dem Weg nach Hause! Sie nehmen lange Fahrten und Weihnachtssongs im Radio in Kauf. „Driving Home For Christmas“ haucht Chris Rea alle Jahre wieder aus den Radio-Lautsprechern. Und tatsächlich treffen sich die Familie-Verpflichteten auf dem Asphalt und nicken sich wissend durch die Autofenster zu. Natürlich hätten viele Autofahrer gerne Superkräfte, um nach Hause zu fliegen wie ein Superheld. Und vor allem nach dem Fest auch schnell wieder weg.
Als Comedian verbringe ich einen immensen Teil des Lebens im Auto. Ein großer Prozentsatz des Künstlerberufs ist Kraftfahrer. Das Auto ist kein Transportmittel, sondern ein Lebensraum. Alle wichtigen Dinge des Alltags finden dort statt: Essen, Schlafen, telefonisch Weihnachtsgeschenke bestellen... Im Lauf der Zeit wird man durch die ständige Fahrerei zum Raststätten-Gourmet. Man fachsimpelt mit den Kollegen im vollen Ernst, wo das Essen am wenigsten Sodbrennen verursacht. In der Adventszeit hängt in der Raststätte eine Weihnachtskugel über der Bratwurst. Und bei beiden könnte es sein, dass sie noch aus der letzten Saison stammen.
Neben der unerträglichen Monotonie beim Fahren gibt es nur drei klassische Probleme: Pannen, Blitzer, Unwetter. Einmal war ich kurz vor Weihnachten einen halben Tag lang eingeschneit am Leonberger Dreieck, nur wenige Kilometer von zuhause. Was für eine Vorstellung, im Auto einzufrieren bis zur Bewegungslosigkeit und dann als allerletztes aus dem Radio noch wehrlos „Last Christmas“ hören zu müssen. 
Die anderen Helden der Weihnachtszeit sind währenddessen zuhause im Warmen. Nämlich diejenigen, die das Fest vorbereiten müssen. Aber die brauchen nachher länger, um sich von den Strapazen zu erholen, als Weihnachten überhaupt dauert. 
Am Ende entschädigt das Weihnachtsfest all seine Helden für Ihre Mühe. Weniger zuverlässig mit Geschenken oder Gesängen als mit Kalorien. Und mit dem Nahrungsvorrat können wir dann wieder ein paar Tage eingeschneit im Auto überleben.
 

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Bühne

Frosch mit Ohren

Ja, er heißt wirklich so. THOMAS FRÖSCHLE. Oft geküsst, doch nie verwandelt.

Er ist ein Held unter den Amphibien: Der T-Rex ist ausgestorben, Fröschle hat überlebt!

Er ist Komiker, Verblüffer und Bühnentier. Was hätte er sonst werden sollen mit diesem Namen? Meteorologe? Briefmarkenlecker? Französischer Hauptgang?

Nein, als Stand-up Comedian ist er in seinem Element. Da flutscht es!

Hätte es zu biblischen Zeiten Fröschles geregnet, hätten sich alle einen mit nach Hause genommen. Jetzt ist Fröschle mit seinem neuen Programm auf Tournee und die Fans hoffen: Sein Teich komme!

Sein erstes Comedyprogramm GERÄT AUSSER KONTROLLE wurde mit dem Kleinkunstpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet, er gewann den renommierten Hamburger Comedy Pokal und wurde Deutscher Vize-Kabarettmeister.

Jetzt legt er wieder die Ohren an und Sie können ihm zuhören. Wer gerne fröschelt, muss diese Show sehen! - Thomas Fröschle - die schnellste Zunge Südeuropas.

 

Deutschlandradio Kultur über Thomas Fröschle:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/corso/1690967/

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